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Rehabilitation der Jugendlichen

Inhaltsangabe



1. Gefängnis Shikusa Borstal


"Shikusa Borstal Institution" ist ein Gefängnis in der Nähe von Kagamega, in welchem unter anderem etwas 200 straffällige Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahre untergebracht sind. Sie fangen auf dem farmähnlichen Gelände während ihrer in der Regel 3-jährigen Haft eine Ausbildung an, welche ein paar von ihnen später, nach dem Auswahlverfahren, in Crossroads beenden können.


Folgende Ausbildungen sind dort möglich:

  • Schneider

  • Schweißer

  • Maurer

  • Klempner

  • Schreiner

  • Elektriker


2. Auswahlprozess


Die straffälligen Jugendlichen können sich nach Ablauf von anderthalb Jahren ihrer 3-jährigen Gefängnisstrafe in „Shikusa Borstal“ auf einen Platz in Crossroads bewerben. Danach wird ein Vorstellungsgespräch mit ihnen geführt, bei dem geklärt wird, ob sie für das Programm geeignet sind.

Eine der Voraussetzungen ist unter Anderem, dass sie unter 18 Jahre alt sein müssen. Außerdem werden die Familien der jeweiligen Jugendlichen nach 3 Monaten Probeaufenthalt auf Crossroads besucht. Bei diesem Besuch versuchen wir zu klären, ob und wie sie in ihren jeweiligen Familien aufgenommen werden. Das ist wichtig, um die Jugendlichen nach ihrer erfolgreichen Rehabilitation wieder in ihre Familien zu integrieren. Denn in Afrika ist die Familie das wichtigste soziale System.

Außerdem können die Jugendlichen sich teilweise mit einigen der Fehler und Probleme aus ihrer Vergangenheit auseinander setzten. Das ist ein wichtiger Aspekt des Rehabilitations-Prozesses.




3. Die Jugendlichen in Crossroads


Die Jugendlichen, die aus den Gefängnissen nach Crossroads kommen bringen einige Herausforderungen mit sich. Es fällt ihnen oft schwer sich an Regeln zu halten und alte Verhaltensweisen komplett abzulegen. Dadurch sehen wir uns immer wieder mit Arbeitsverweigerungen oder auch Diebstählen, sowie Lügen konfrontiert. Es gibt auch Fälle, bei denen die Jugendlichen das Rehabilitations-Programm bereits innerhalb von einer Woche bis zu drei Monaten nach ihrer Ankunftszeit verlassen.


Jeder Jugendliche bringt seine Prägung und Probleme mit. Schwierige Vergangenheiten sind die Norm. Oft sind sie Halbwaisen oder Waisen, die ohne Liebe und Aufmerksamkeit aufgewachsen sind. Nicht wenige haben Misshandlungen erleben müssen oder wurden zum Stehlen animiert. Teilweise organisieren Jugendliche sich auch in Banden.

Durch Verhalten dieser oder ähnlicher Art richten sie oft großen Schaden in ihrer Community und ihrem familiären Umfeld an.


Die afrikanische Gesellschaft ist kollektivistisch und beziehungsorientiert geprägt. Deshalb sind die Bande zur Familie elementar für die Jugendlichen. Ihre Familie bietet ihnen Schutz, Versorgung und Unterstützung sowie soziale Sicherheit und ein Netzwerk, das sie auffangen kann.


In der Regel ist die Beziehung zur Familie trotz des Schadens, den die Jugendlichen oft angerichtet haben, immer noch am stärksten. Deswegen ist die Reintegration für sie so wichtig.



Unsere aktuellen Jugendlichen:

Chrispinus Ekesa - seit 2022 auf Crossroads


Martin Elphas Kiptoo -seit 2022 auf Crossroads


Charles Henry Nyemwe - seit 2022 auf Crossroads


Alfonce Opiyo - seit 2022 auf Crossroads



4. Ausbildung


Während der Probezeit helfen die Jugendlichen bereits auf der Farm mit und bekommen Englisch-Unterricht. Zudem haben sie die Möglichkeit den Beruf, den sie im Gefängnis angefangen haben zu lernen, in Crossroads weiter zu vertiefen.


Nach einem Jahr werden sie auf ihre Schulfähigkeit getestet und bekommen die Möglichkeit auf der „Polytechnic“, eine Berufsschule von „Diguna“ zwei Abschlüsse zu machen. In dieser Zeit sind sie nur am Wochenende in Crossroads, da sie während der Woche im Internat der „Polytechnik“ untergebracht sind.


Laban installiert die Elektrik im Familienhaus mittlerweile fast komplett selbstständig.

In ihrer ganzen Zeit in Crossroads bekommen sie Fähigkeiten vermittelt, um verantwortungsvoll in der Gesellschaft leben zu können. Darüber hinaus vertiefen sie gemeinsam ihren christlichen Glauben und bekommen seelsorgerische sowie psychologische Betreuung.


Jeder der Jugendlichen bekommt die Möglichkeit Keyboard spielen zu lernen.


Opio lernt mit der Nähmaschine zu nähen.

Es ist wichtig, dass die Jugendlichen lernen Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen, wobei wir sie so gut wie möglich unterstützen.


Ein Jahr nach dem Schulabschluss beginnt der Reintegrations-Prozess mit einem weiteren Besuch in ihrer Heimat. Mit diesem Besuch beginnt die Vorbereitung für das Heimkommen der Jugendlichen.


Nach zweieinhalb bis drei Jahren ziehen sie dann nach einer erfolgreichen Rehabilitation in ihre Heimat zurück und bringen sich dort in ihre Familie und ursprüngliche Umfeld ein.



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